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Automobilclub Von Deutschland

Automobilclub von Deutschland

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) gehört zusammen mit dem ADAC und dem Auto Club Europa zu den drei größten Automobilclubs im deutschsprachigen Raum.

Geschichte

Er wurde bereits 1899 in Berlin als Deutscher Automobilclub (DAC) gründet. Bereits 1900 organisierte der AvD die erste Internationale Automobilausstellung in Frankfurt/Main. 1904 wurde er umbenannt zum Kaiserlichen Automobilclub (KAC), da Kaiser Wilhelm II die Schirmherrschaft über den Club übernahm. Schließlich wurde der Club 1918 umbenannt zu seinem heutigen Namen. Nach dem 2. Weltkrieg 1948 wiedererstanden betreibt der Club seit 1952 einen Pannendienst. Seit 1989 wird der Club nach eigener Aussage mehr und mehr zu einem Dienstleistungsunternehmen umstrukturiert.

Leistungen

Neben dem Pannendienst vertritt der AvD die Interessen der Autofahrer in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Er hilft seinen Mitgliedern bei Rechtsfragen, unterstützt Sicherheitsprüfungen und bietet weitere Hilfeleistungen im Reise- und Unfallbereich an. Der AvD ist aktiver Organisator diverser Motorsportveranstaltungen wie dem Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring, dem Toyota Yaris-Cup oder dem AvD-Oldtimer-Grand-Prix.

Weblinks


- [http://www.avd.de Automobilclub von Deutschland] Kategorie:Deutsche Organisation

ADAC

Der ADAC, vollständig Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V., ist Deutschlands größter Verkehrsclub mit Sitz in München. Er hatte im August 2005 genau 15.290.614 Mitglieder. Der ADAC ist auch ein bedeutendes Wirtschaftsunternehmen mit einem Gesamtumsatz von (2004) rund 1,5 Milliarden Euro jährlich. Die monatlich erscheinende Mitgliederzeitschrift ADAC Motorwelt ist die auflagenstärkste Zeitschrift Europas. Der Verein nimmt für sich in Anspruch, die Interessen deutscher Auto-, Motorrad- und Bootfahrer zu vertreten. Neben seiner Lobbytätigkeit in der Politik bietet der ADAC Dienstleistungen an und produziert Stadtpläne sowie Straßenkarten. Außerdem betreibt er mehrere Fahrsicherheitszentren. Eine der wesentlichen Dienstleistungen des ADAC ist die Pannenhilfe. Wegen der gelben Wagenfarbe werden die Pannenhelfer auch mit dem Spitznamen „Gelber Engel“ tituliert.

Struktur und Zahlen

Pannenhilfe Der ADAC ist Deutschlands größter eingetragener Verein (e. V.). Er gliedert sich in 18 (nach anderen Zählweisen 17 oder 15) Regionalclubs, die lange Zeit Gau genannt wurden: Auf unterster Ebene gibt es auch ca. 1800 Ortsclubs, die in der Regel Motorsportvereine sind. Das ehrenamtliche achtköpfige Präsidium des ADAC wird jährlich auf der Hauptversammlung gewählt. Das Präsidium hat einen Präsidenten als Sprecher, derzeit ist dies Peter Meyer. Das Präsidium bildet zusammen mit den Vorsitzenden der Regionalclubs den Verwaltungsrat. Die Hauptversammlung wird aus Delegierten der Regionalclubs und den Mitgliedern aus dem Verwaltungsrat und dem Präsidium gebildet. Je angefangene 100.000 ordentliche Mitglieder eines Regionalclubs wird ein Vertreter entsandt. Fünf fest angestellte Geschäftsführer leiten das Tagesgeschäft des Vereins. Der ADAC e.V. München hatte 2004 ein Eigenkapital von 713 Mio. Euro und beschäftigte 3335 Mitarbeiter. Über Mitgliedsbeiträge nahm er 326 Mio. Euro ein. Die Regionalclubs hatten zusätzlich ein Eigenkapital von 651 Mio. Euro, weitere 2417 Beschäftigte und Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen von 191 Millionen Euro. Über die ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH gehören dem ADAC eine Reihe von Tochterfirmen. Der Gesamtumsatz dieser GmbH betrug 818 Millionen Euro im Jahre 2004, das Eigenkapital wurde auf 250 Mio. Euro beziffert und es wurden 1780 Mitarbeiter beschäftigt. Die Geschäfte gliedern sich in die Bereiche Versicherungen, Verlagsgeschäft, Luftfahrzeugdienste und Sonstiges. Die direkte ADAC Tochter ADAC Luftrettung mit einem Eigenkapital von 97 Mio. Euro und 136 Mitarbeitern hatte 2004 einen Umsatz von 37 Mio. Euro. Der Grundbeitrag für die Clubmitgliedschaft beträgt seit 1. September 2004 44 Euro im Jahr. Der ADAC muss nur auf 10 % seiner Mitgliedsbeiträge Umsatzsteuer abführen, weil das zuständige bayrische Finanzministerium festgelegt hat, dass der ADAC nur zu 10 % gewerblich tätig ist. Dieser Prozentsatz erscheint vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren massiv ausgeweiteten wirtschaftlichen Aktivitäten des ADAC vor allem im Bereich Versicherungen und Finanzdienstleistungen allerdings als diskussionswürdig. Hier setzt auch die Kritik an dem wirtschaftlichen Status des ADAC an, welche von Fachjournalisten und z. T. auch von Politikern der SPD und der Grünen wiederholt geäußert wurde. Der Vereinsstatus beschert dem ADAC nämlich viele Vorteile, u. a. dass er kein Kontrollgremium in Form eines Aufsichtsrats einsetzen muss. "Eine Hand voll Funktionäre steuert weitgehend unkontrolliert die Geschäfte", so beispielsweise das Urteil eines Artikels im "Manager Magazin" aus dem Jahr 2004.

Geschichte

Der ADAC wurde am 24. Mai 1903 als "Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung" gegründet und 1911 in den "Allgemeinen Deutschen Automobil-Club" (ADAC) umgewandelt. Während des Nationalsozialismus wurden alle Kraftfahrer-Vereine und Automobilclubs in den "Deutschen Automobil-Club" (DDAC) überführt, der neben dem NSKK bestand. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der ADAC zunächst 1946 in Bayern wieder gegründet und ab 1948 auch in den übrigen westlichen Besatzungszonen zugelassen. Im Jahr 2003 feierte der Verein seinen 100. Geburtstag. An der Spitze des Vereins steht ein Präsident (früher 1. Vorsitzender). Folgende Personen hatten seit 1903 dieses Amt inne: 1903–1933 Emil Schmolz, Josef Bruckmayer, Carl Fritz, Hermann Fulle
- 1946–1989 Ludwig Sporer, Hans Meyer-Seebohm, Werner Endress, Hans Bretz, Franz Stadler 1989–2005 Otto Flimm, Peter Meyer  
- ) Letzter freier Präsident vor der Eingliederung in den DDAC

ADAC Fahrsicherheitszentren und Trainingsanlagen

DDAC DDAC DDAC

Politik

Seine Lobbytätigkeit ist auf das Auto ausgerichtet. "Nirgends werden Autofahrer so geschröpft wie in Deutschland" lautet eine der Aussagen des ADAC. 1974 prägte der ADAC den Begriff "Freie Fahrt für freie Bürger" (Autoaufkleberaktion, dpa vom 28. Februar 1974). Diese Aktion zog eine Protestwelle und viele Austritte nach sich, da sich viele Mitglieder mit der agressiven Pro-Autopolitik des Vereins nicht einverstanden erklärten. Dabei ist aber zu bedenken, dass der ADAC keineswegs nur die Interessen der in ihm organisierten Autofahrer vertritt, sondern auch die Interessen ihm nahestehender Organisationen und Unternehmen wie der Automobilindustrie, Sachverständigen und Fahrschulen. Zentrale Themen beim ADAC (Slogan: „Ihr Partner in allen Fragen rund um die Mobilität“) sind zum Beispiel die Ökosteuer, Tempolimits auf Autobahnen oder die Sicherheit von Tunnels und Autofähren. Der Öffentliche Personenverkehr spielt nur insoweit eine Rolle, als er sich mit dem motorisierten Individualverkehr verzahnt; der ADAC hat z.B. in früheren Jahren wiederholt die Einrichtung eines Rings sehr großer Park-and-Ride-Bahnhöfe um größere Städte gefordert. Doch nicht immer haben Autos für den ADAC unbedingte Vorfahrt: Im Zuge der Wiedervereinigung beteiligte sich der ADAC gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Deutschen Tourismusverband an der Ausweisung der insgesamt rund 2500 Kilometer langen Deutschen Alleenstraße.

Weblinks


- http://www.adac.de/ – Webseite des ADAC
- http://www.adac-traveller.de/ – Webauftritt des multithematischen Reisemagazins ADAC traveller
- http://www.adac.de/reisemagazin – Das monothematische Reisemagazin aus dem ADAC Verlag
- http://www.zeit.de/archiv/1999/31/199931.interview_.xml – Zur Frage, ob dem ADAC der Vereinsstatus gebührt oder ob er in Wirklichkeit ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen ist
- http://www.fsz-grevenbroich.de/ – Modernstes Fahrsicherheitszentrum Europas Kategorie:Deutsche Organisation Kategorie:Interessenverband (Verkehr)

Auto Club Europa

Der Auto Club Europa (ACE) ist mit rund 550 000 eingetragenen Mitgliedern einer der Automobilclubs in Deutschland. Mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in sechs inländischen Vertriebszentren, im mobilen Clubservice sowie in der Stuttgarter Club-Zentrale im Einsatz. Im Clubbeitrag von derzeit 51 Euro (ab 1.1.2006 für 56 Euro - mit verbesserten Leistung) sind sämtliche Leistungen auch für Familienangehörige enthalten. Aufgrund der Familienmitgliedschaft haben 1,2 Millionen Menschen Anspruch auf Schutz und Hilfe, ein separater Schutzbrief ist nicht nötig. Im Gegensatz zum ADAC sind alle Clubmitglieder auch Mitglieder des Vereins.

Struktur

Für Lebendigkeit sorgen die über 200 ehrenamtlich organisierten ACE-Kreise und sechs regionale Gliederungen. Hier sind über 1400 Menschen ehrenamtlich und nebenberuflich für den Club aktiv. Gleichzeitig sichern sie die demokratische Willensbildung im ACE. Alle vier Jahre wird auf einer von gewählten Delegierten besuchten Hauptversammlung der Kurs abgesteckt. Die letzte Ordentliche Hauptversammlung fand im September 2003 in Fellbach bei Stuttgart statt; die nächste planmäßige im Jahr 2007. Der Club gliedert sich regional in 6 ACE-Kreise:
- Nord (Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen)
- Nordrhein-Westfalen
- Bayern
- Ost (neue Bundesländer)
- Südwest (Baden-Württemberg ohne Tauberfranken)
- West (Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Tauberfranken)

Geschichte

1965 von Gewerkschaften im DGB gegründet, ist der ACE ein vergleichsweise junger Verkehrsbund. 1995 öffnete sich der Club für Menschen ohne gewerkschaftliche Bindung. In den vergangenen Jahren erneuerte der ACE seine Strukturen und erweiterte kontinuierlich seine Leistungen:
- Öffnung des Clubs für Menschen ohne gewerkschaftliche Bindung (1995)
- Modernisierung des Dienstleistungsverbundes und der ACE-Pannenhilfe (1995)
- Aufbau einer professionellen Vertriebsorganisation (1999)
- Ausbau von Direkt-Services durch Call-Center: ACE-Info-Service (1999)
- Stärkung des Außendienstes im mobilen ACE-Club-Service (1999)
- Start ins Netz: www.ace-online.de (1999)
- Verbesserte Schutzbrief und Clubleistungen: ACE-Leistungsprofil (2000)
- Unfall- Service plus Notfall-Rechtshilfe (2000)
- Krankenrücktransport auch im Inland (2001)
- ACE-Bonusheft mit zehn Prozent Rabatt auf Kfz-Reparaturkosten (2001)
- ACE-Reisebüro: 3 Prozent – Clubbonus auf Pauschalreisen für Mitglieder (2001)
- Kfz-Versicherung ACE/FAIRWAY, exklusiv für Clubmitglieder (2001)
- ACE-Vorteilsheft, bietet zusätzliche Leistungen mit Preisvorteilen (2003)
- ACE-Carsharing mit Preisvorteilen (2003)
- Autofinanzierung, Reparaturdarlehen und Sparverträge zu Club-Konditionen (2004)
- Einführung der ACE-TankMasterCard (2005)

Politik

Verkehrspolitisch bekennt sich der ACE zum Auto und wirbt zugleich für die Idee einer ganzheitlichen Mobilität, die alle Verkehrsmittel sinnvoll miteinander verknüpft. Der ACE will, dass individuelle Mobilität als Ausdruck von Freiheit und Lebensqualität für alle Menschen hergestellt und gesichert wird. Das schließt eine vernünftige und umweltschonende Nutzung der Verkehrsmittel ein. Die monatlich erscheinende Mitgliederzeitschrift ACE LENKRAD ist deshalb nicht nur eine interessante Lektüre für eingefleischte Autofahrer.

Weblinks


- [http://www.ace-online.de Webseite des ACE] Kategorie:Deutsche Organisation

Automobilclub

Ein Verkehrsclub ist eine Organisation, die die Interessen aller oder bestimmter Verkehrsteilnehmer vertritt. Die häufigste und mitgliederstärkste Form ist der Automobilclub. Er bietet den Mitgliedern Serviceleistungen, die mit dem Auto zu tun haben wie Pannendienste, Versicherungen, Reise- und Käuferinformationen. Daneben verstehen sich manche Automobilclubs auch als Lobbyisten der Autofahrer. Andere Verkehrsclubs sind meist aus ökologischen Zielsetzungen heraus und als Lobbyorganisationen gegründet worden, bieten aber in der Regel den Mitgliedern ebenfalls verkehrsbezogene Serviceleistungen.

Clubs mit Schwerpunkt Automobil


- Lobby ADAC Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V. (Größter und einflussreichster Automobilclub in Deutschland)
- ADAC ÖAMTC Österreichischer Automobil Motorrad und Touring-Club
- ÖAMTC ARBÖ Auto- Motor- und Radfahrerbund Österreichs
- ARBÖ Automobilclub von Deutschland (AvD)
- Automobilclub von Deutschland Auto Club Europa (ACE)
- Auto Club Europa Automobil-Club Verkehr (ACV)
- Automobil-Club Verkehr NAVC Neuer Automobil- und Verkehrsclub e.V.
- NAVC Touring Club Schweiz (TCS)
- Touring Club Schweiz Automobil Club der Schweiz (ACS)

Historische Automobilvereine

Am 12. November 1895 wurde in Paris der älteste Automobilclub der Welt gegründet: Automobile Club de France (ACF). Ein Mitbegründer war Henri Deutsch de la Meurthe. Am 30. September 1897 wurde in Berlin der erste deutsche Automobilverein gegründet: der Mitteleuropäische Motorwagenverein (MMV). Dem engeren Komitee gehörten an: Fabrikdirektor und Ingenieur C. Benz, Ladenburg, Gottlieb Daimler, Cannstatt, Ingenieur R. Diesel, München, u.a.

Verkehrsmittelübergreifende Clubs mit ökologischem Schwerpunkt


- München Verkehrsclub Deutschland (VCD)
- Verkehrsclub Deutschland Verkehrs-Club der Schweiz (VCS)
- Verkehrs-Club der Schweiz Verkehrsclub Österreich (VCÖ)

Clubs mit Schwerpunkt Fahrrad


- Verkehrsclub Österreich Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) vertritt die Interessen der Radfahrer in Deutschland.
- ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) IG Velo Schweiz
- IG Velo Schweiz ARGUS Fahrradbüro

Spezielle Verkehrsclubs


- ARGUS Die Arbeitsgemeinschaft umweltfreundlicher Stadtverkehr fördert den nichtmotorisierten Verkehr in Österreich.
- Arbeitsgemeinschaft umweltfreundlicher Stadtverkehr FUSS (Fachverband Fußverkehr Deutschland) vertritt die Interessen der Fußgänger.
- FUSS (Fachverband Fußverkehr Deutschland) PRO BAHN vertritt Interessen von Fahrgästen des Öffentlichen Verkehrs, insbesondere von Bahnbenutzern.
- PRO BAHN Die Deutsche Verkehrswacht widmet sich der Verkehrserziehung und Verkehrsaufklärung. ! Kategorie:Verkehr Kategorie:Automobil

Internationale Automobilausstellung

Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main und Hannover ist die größte Automobilfachmesse der Welt.

Geschichte

Die erste Internationale Automobil-Ausstellung fand im Jahre 1897 in Berlin im Hotel Bristol statt. Auf ihr waren insgesamt acht „Motorwagen“ zu sehen. Mit der zunehmenden Mobilität stieg auch die Anzahl der Aussteller auf der IAA. Waren es im Jahre 1921 noch 67 Hersteller auf der IAA so wuchs die Zahl jährlich an und beträgt heute über 1000 Aussteller aus 45 Ländern, darunter viele Zubehörhersteller, auf 225.000 Quadratmetern. Im Jahre 1939 sahen auf der IAA in Berlin 825.000 Messebesucher die Vorstellung des neuen Volkswagens, den Käfer. Zur ersten Nachkriegs-IAA im Jahre 1951 wechselte der Messeort von Berlin nach Frankfurt am Main. Die IAA Personenkraftwagen findet seit 1953 alle zwei Jahre in Frankfurt am Main auf der Frankfurter Messe statt. Die 45. Ausstellung wurde 1971 aus wirtschaftspolitischen Gründen kurzfristig abgesagt. 1989 fand die letzte IAA mit den gemeinsamen Bereichen PKW und Nutzfahrzeuge in Frankfurt a. M. statt und erzielte einen Besucherrekord mit 1.233.100 Messegästen. Im Jahr 2001 wurde die Messe aufgrund der Anschläge vom 11. September unter Trauerbeflaggung veranstaltet. Alle feierlichen Aktivitäten wurden abgesagt. Auf der 61. IAA 2005 in Frankfurt am Main standen auf 225.000 Quadratmetern unter über 1000 Aussteller aus 45 Ländern erstmals auch chinesische Automarken und 80 Auto-Weltpremieren, sowie zum Beispiel Oldtimer des Roten Kreuzes, Ausstellungen zu Verkehrssicherheit; und nach und nach 940.000 Besucher aus 99 Ländern. Jeder 7. Fachbesucher kam aus dem Ausland, über 70 Prozent aus Europa. Es kamen mehr als doppelt so viele, 10 Prozent, aus Amerika verglichen mit der IAA davor. Der Anteil der Fachbesucher aus Asien stieg (von 9) auf 15 Prozent. Fast 90 Prozent der Deutschen kennen die IAA mit im Jahr 2005 über 14.000 Journalisten, davon 40 Prozent aus dem Ausland.

Standort

Insgesamt über 1000 Aussteller bieten seit 1991 dem breiten Publikum im jährlichen Wechsel eine Messe IAA Personenkraftwagen (in ungeraden Jahren) in Frankfurt am Main und eine Messe IAA Nutzfahrzeuge (in geraden Jahren) in Hannover an. Die Hersteller nutzen die Messe regelmäßig, um neue Fahrzeuge und Produkte zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorzustellen.

Kurioses


- 2000 fand die IAA Nutzfahrzeuge wegen der Expo ausnahmsweise in Frankfurt statt.
- 2005 ist sie wieder meist wie eine Disko laut gewesen. Sie endet traditionell mit einem Hupkonzert.

Termin

Die IAA findet immer Mitte des Monats September statt.

IAA Personenkraftwagen/Motorräder

Die Messe ist am Eröffnungsdienstag und den folgenden Mittwoch nur für die Presse geöffnet, anschließend dürfen 2 Tage lang (Donnerstag und Freitag) nur das Fachpublikum die Messe besuchen. Ab dem fünften Tag ist die Messe für die Allgemeinheit zugänglich. Einzelne Messen stehen unter besonderen Themen:
- Die 58. IAA PKW stand unter dem Motto Auto: Treffpunkt Zukunft
- Die 61. IAA PKW steht unter dem Motto Faszination Auto

IAA Nutzfahrzeuge

Ausnahmsweise fand die in Hannover beheimatete IAA Nutzfahrzeuge im Jahr 2000 in Frankfurt statt, da in Hannover die EXPO 2000 stattfand. Auch hier sind die ersten beiden Tage nur für die Presse reserviert. Es stehen auch hier einige Messen unter besonderen Themen:
- Die 58. IAA Nutzfahrzeuge stand unter dem Motto Nutzfahrzeuge: Für alle auf Achse

Veranstalter

Die IAA wird ausgerichtet vom Verband der Automobilindustrie (VDA).

Literatur


- 2005: IAA-Abschluss-Pressekonferenz

Bilder

Weblinks


- http://www.iaa.de
- http://iaa.ard.de
- http://www.iaa.tkiefer.net - Bilder der 60. IA-Ausstellung 2004
- [http://forum.bauforum24.biz/index.php?showtopic=8944 Über 300 Bilder der IAA 2005] Kategorie:Frankfurt am Main Kategorie:Automesse ko:프랑크푸르트 국제 모터쇼

Wilhelm II. (Deutsches Reich)

Wilhelm II. (
- 27. Januar 1859 in Berlin; † 4. Juni 1941 auf Schloss Doorn, Niederlande) war der letzte deutsche Kaiser und König von Preußen 1888–1918. Preußen

Leben

Abstammung

Friedrich Wilhelm Albert Victor Prinz von Preußen entstammte der hoch- und uradeligen deutschen Herrscherdynastie der Hohenzollern. Er wurde am 27. Januar 1859 in Berlin als Sohn des Kronprinzen Friedrich Wilhelm v. Preußen (1831–1888), dem späteren Friedrich III. (9. März bis 15. Juni 1888) und dessen Frau Victoria (1840–1901) geboren und war somit Enkel Wilhelms I. (1797–1888) und Victorias I. (1819–1901). Weiteres siehe auch unten unter „Vorfahren

Kindheit und Jugend

Vorfahren Auf Grund von Komplikationen bei seiner Geburt war Wilhelms linker Arm verkrüppelt. Seitens der Familie wurde versucht, der Behinderung entgegen zu wirken. So musste sich der kleine Wilhelm schmerzhaften Elektroschocktherapien unterziehen. Ferner wurde versucht, seinen verkrüppelten Arm zu strecken, was jedoch nicht erfolgreich war. Diese Behinderung prägte ihn sehr und machte ihn vermutlich zu einem Menschen mit geringem Selbstbewusstsein; schließlich sollte der zukünftige König von Preußen ein „ganzer Mann“ und kein Krüppel sein. Wilhelm verbrachte eine weitgehend unglückliche Kindheit, hatte mit dem Calvinisten Georg Ernst Hinzpeter einen äußerst strengen Lehrer. Auch das Verhältnis zu seiner Mutter war schlecht. Im Alter von zehn Jahren trat er als Leutnant beim 1. Garde-Regiment zu Fuß in die preußische Armee ein. Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 wurde der 12-jährige Wilhelm Anwärter auf den deutschen Kaiserthron. Die strenge Erziehung führte zu einer Entfremdung zwischen Wilhelm und seinen politisch eher liberal eingestellten Eltern. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Kassel trat er am 9. Februar 1877 seinen Militärdienst beim 1. Garde-Regiment zu Fuß, in der 6. Kompagnie, der Hauptmann von Petersdorff vorstand, an und fand im Kreise des konservativen Offizierscorps die Wärme, den Zuspruch, den er vor allem von Seiten seiner Mutter stets vermisst hatte. 1880 wurde er am 22. März, dem Geburtstag seines Großvaters, des regierenden Kaisers und Königs, zum Hauptmann befördert.

Der Prinz

Zum Studium begab er sich an die von seinem Urgroßvater gegründete Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wo er nichtschlagendes Mitglied des Corps Borussia wurde. Bereits in jungen Jahren bildete sich bei ihm so ein Verständnis von seiner monarchischen Rolle, das den konstitutionellen Vorstellungen seiner Eltern diametral entgegengesetzt war. Wilhelms Vorstellung vom Königtum war konservativ und orientierte sich eher am Gottesgnadentum des Absolutismus anstatt an den Bedürfnissen seiner Zeit. Bestärkt wurde er in dieser Haltung sowohl von Reichskanzler Otto von Bismarck als auch von seinem Großvater Wilhelm I. Bis zum Regierungsantritt war Wilhelm in wechselnden militärischen Stellungen und Kommandos, beim 1. Garde-Regiment zu Fuß, beim Garde-Husaren-Regiment und beim 1.Garde-Feldartillerie-Regiment tätig und stieg bis zum Generalmajor auf. Zuletzt war er Kommandeur der 2. Garde-Infanterie-Brigade. Der Militärdienst wurde immer wieder durch Beurlaubungen unterbrochen, damit er sich auch mit der Verwaltung vertraut machen konnte.

Herrschaftsantritt

Nach dem Tode Wilhelms I. am 9. März 1888 regierte Friedrich III. aufgrund seines bereits fortgeschrittenen Krebsleidens (Kehlkopfkrebs) nur für 99 Tage – er wird daher auch der „99-Tage-Kaiser“ genannt – bis er am 15. Juni desselben Jahres in Potsdam starb. So folgte ihm der nunmehrige Kronprinz Wilhelm nach nur 99 Tagen Kronprinzenzeit am 15. Juni des Dreikaiserjahrs 1888 nach und wurde bereits im Alter von 29 Jahren als Wilhelm II. Deutscher Kaiser und König von Preußen. Den Palast seines Vaters hatte er schon vor dessen Tod umstellen lassen und besetzte ihn noch in der Todesnacht – angeblich, um Dokumente sicher zu stellen.

Die Persönlichkeit

Als Wilhelm 1888 den Thron des Deutschen Reiches bestieg, war er nicht genügend vorbereitet. Der ständig von Stimmungsschwankungen geleitete Kaiser war oft depressiv und belastet, zusätzlich machten ihm innere Zweifel zu schaffen. Der zu seiner Zeit sehr umstrittene Psychiater Emil Kraepelin bezeichnete Wilhelms Gemüt als einen „typischen Fall periodischen Gestörtseins“. Diese Ferndiagnose, die Emil Kraepelin auf Wilhelm II. schwere Kindheit zurück führte, war aber immer sehr angefochten und wurde erstellt, ohne dass Kraepelin seinen „Patienten“ je zu Gesicht bekam. Doch Kaiser Wilhelm II. hatte neben seinen wiederholten Depressionen auch andere Leiden: Sein linker Arm, der seit der Geburt 15 Zentimeter kürzer als der rechte und gelähmt war, daraus resultierende Gleichgewichtsstörungen und Haltungsschäden sowie häufige Schmerzen im linken Ohr. Damit der verkürzte Arm in der Öffentlichkeit nicht zu sehr auffiel, war er auf das Tragen von Seitenwaffen angewiesen, auf denen er den Arm abstützen konnte. Die dadurch leicht angewinkelte Haltung des Armes machte es dem Betrachter zusätzlich schwerer, die tatsächliche Länge des Armes festzustellen. Das Tragen von Uniformen und das Abstützen der linken Hand auf der Waffe wurde aufgrund dieser Tatsache zu einem Markenzeichen Wilhelms II. Wilhelm wurde oft als „Redekaiser“ betitelt, da er ein hervorragender Redner war. Weitere Bezeichnungen für Wilhelm waren „Arbeiterkaiser“ (s. Abschnitt „Soziale Reformen“), „Medienkaiser“ und „Friedenskaiser“ (dies geht u. a. auf den Vorschlag von Emanuel Nobel von Ende 1912 zurück, Kaiser Wilhelm II. den von Alfred Nobel gestifteten Friedensnobelpreis zuzusprechen). Weniger schmeichelhaft war die Bezeichnung „Reisekaiser“, die auf seine Unrast und häufige Abwesenheit zurückging. Sein Lieblingshobby war die Archäologie. Außerdem ging er, wie es zu seiner Zeit allgemein Mode war, begeistert der Jagd nach – er erlegte insgesamt 46.000 Tiere, wobei ihm jeder Treffer ein Erfolg über sein Handicap bedeutete. Bei der Jagd lernte Wilhelm auch seinen ersten Freund Philipp Graf (später Fürst) zu Eulenburg kennen, zu dem er ein enges Verhältnis pflegte und der besonders in den Jahren 1890–1898 zu den wichtigsten Beratern des Kaisers zählte. Als Eulenburg 1907 durch eine unfaire Pressekampagne als homosexuell angeklagt wurde, konnte Wilhelm den Kontakt zu ihm nicht mehr halten, obwohl Eulenburg nie verurteilt wurde, da er vorher gesundheitlich zusammenbrach. Es wird auch behauptet, dass Wilhelm, der mit seiner Ehefrau Auguste Viktoria sieben Kinder zeugte, angeblich Liebesbeziehungen zu mindestens noch drei anderen Frauen hatte und die Wahrscheinlichkeit groß sei, dass er zwei uneheliche Kinder hatte. Bewiesen wurde dies aber nie. Philipp Graf (später Fürst) zu Eulenburg Wilhelm war fasziniert davon, in einem Auto mit hoher Geschwindigkeit über Straßen zu fahren. Da er nicht selber fahren konnte, ließ er in seiner Limousine unter der Rückbank ein zweites Gaspedal einbauen.

Wilhelms Politik

Nach dem Tode Friedrichs III. bestieg Wilhelm II. am 15. Juni 1888 den Thron des deutschen Kaiserreichs. Der 29-jährige Kaiser begann sofort, ein eher absolutistisches Herrscherbild zu entwickeln, das ihn als Auserwählten Gottes vorsah. Besonders während des Regierungsanfangs des Kaisers wurden einige Beamte der Regierung, welche für Wilhelm eine Einschränkung der Macht hätten bedeuten können, entlassen. Er kann durchaus als moderner Vorläufer späterer Medienmonarchen (und -monarchinnen) angesehen werden. Der Kaiser war damals die meist fotografierte Person der Welt (-> vgl. Peter Schamoni: „Majestät brauchen Sonne“, Dokumentarfilm, Dtld 1999). Die größte innenpolitische Krise seiner Regierungszeit war die so genannte Daily-Telegraph-Affäre (1908). Wilhelm II. hatte bei einem Besuch in England unvorsichtige politische Bemerkungen gemacht, die später in der Zeitung veröffentlicht wurden. In Deutschland rief die Affäre einen Sturm der Entrüstung gegen den Kaiser hervor, der für den Zickzackkurs der deutschen Außenpolitik verantwortlich gemacht wurde. Alle Parteien des Reichstages kritisierten den Monarchen und forderten eine Einschränkung seiner Reden und Gespräche. Wilhelm II. war von dieser Kritik so beeindruckt, dass er zeitweilig die Abdankung erwog. Paradoxerweise hatte es sich ausgerechnet diesmal nicht um eine seine berüchtigten spontanen Äußerungen gehandelt. Wilhelm hatte diesmal den Text seinem Reichskanzler, Bernhard von Bülow, zur Genehmigung vorgelegt. Dieser hatte ihn nichtmal gelesen, sondern an einen Untergebenen weitergeleitet und dann abgezeichnet. Wilhelm war zu Recht zornig auf seinen Kanzler und entließ diesen ein Jahr später. Eine ambivalente Rolle spielte Wilhelm II. in der Julikrise 1914. Zwar war er kein Pazifist und hatte großen persönlichen Anteil an der Verschlechterung des internationalen Klimas, z. B. durch verschiedene Reden oder sein Festhalten an der Hochrüstungspolitik. Auch gab er Österreich-Ungarn am 5. Juli 1914 den so genannten „Blankoscheck“, als er seine unbedingte Unterstützung eines Vorgehens gegen Serbien zusagte. Dennoch wollte Wilhelm II. den Krieg nicht, als es wirklich ernst wurde. Im letzten Moment unternahm er noch Versuche, den Frieden zu bewahren, hatte damit aber keinen Erfolg. Seine Politik steht in einem bemerkenswerten Widerspruch zwischen absolutem Anspruch im Frieden und großer Zurückhaltung während des Krieges. Hatte Wilhelm II. sich als der nur Gott verantwortliche Souverän gesehen, ein Anachronismus innerhalb eines konstitutionellen Industriestaates, so zog er es während des andauernden Krieges vor, die Verantwortung anderen zu überlassen. Im Verlauf des Ersten Weltkrieges 1914–1918 wurde die Bedeutung des Kaisers zunehmend geringer. Besonders unter der 3. Obersten Heeresleitung unter Hindenburg und Ludendorff (1916–1918) wurde er zunehmend von den politisch-militärischen Entscheidungen ausgeschlossen. Als Symbol des preußischen Militarismus forderten die Ententemächte die Abdankung des Kaisers als Bedingung für die Eröffnung von Friedensverhandlungen. Siehe auch: Hunnenrede, Erklärung gegen die Oxforder Hochschulen

Entlassung Bismarcks

Am 20. März 1890 entließ Wilhelm II. den Reichskanzler Otto von Bismarck, den er als Kind noch über alle Maßen verehrt hatte. Dies geschah vor allem, weil Bismarck den Kaiser beim Regieren überging und eine Entmachtung des Reichtags anstrebte. In den letzten Tagen der Regierungszeit Bismarcks glich das Deutsche Reich einer „Kanzlerdiktatur“. Auch wollte der Kanzler Russland als einen starken Verbündeten, wobei Wilhelm II. auf Österreich vertraute, da er das Verletzen des Dreibundpaktes ablehnte. Des Weiteren war der Kaiser strikt gegen den Kulturkampf. Bismarck wollte das Sozialistengesetz verschärfen, Wilhelm II. wollte es abschaffen: „Ich will meine ersten Regierungsjahre nicht mit dem Blut meiner Untertanen färben!“ Als Bismarck stur bleibt, Kaiser und Reichstag ignorierte, schickte der Kaiser am Morgen des 17. März 1890 den Chef seines Militärkabinetts, General v. Hahnke, in die Reichskanzlei: Der Kanzler solle am Nachmittag ins Schloss kommen und sein Abschiedsgesuch mitbringen. Dieses wurde am nächsten Morgen aber nur durch einen Boten gebracht. Als Bismarcks Nachfolger ernannte Wilhelm II. den General Leo von Caprivi (1831–1899), welcher wenig politische Vorkenntnisse mitbrachte und das Amt des Reichskanzlers als militärisches Gehorsamsverhältnis auffasste. Trotz alledem wurde Graf Leo von Caprivi zu einem der größten Wirtschaftsreformer des Dt. Reichs und war einer der Hauptverantwortlichen für die Wandlung des Deutschen Reiches von der Agrarwirtschaft zur Exportwirtschaft sowie der Beendigung des Protektionismus. Eine der ersten umstrittenen Entscheidungen war die Nichterneuerung des Rückversicherungsvertrags mit Russland durch den neuen Reichskanzler Leo von Caprivi. Was aber aus gutem Grund passierte, denn der Dreibundpakt mit Österreich und Italien schloss den Rückversicherungsvertrag Deutsches Reich-Russland aus. Wäre dieser geheime Zweibund ans Tageslicht gekommen, so hätte es die Glaubwürdigkeit des Reiches bis aufs Mark erschüttert. Diese oft kritisierte Entscheidung Wilhelms II. war somit durchaus sachgemäß. Mit der Entlassung Bismarcks begann der Übergang in die Epoche des Imperialismus, es wurde aber auch der Kulturkampf beendet und das Reich entwickelte sich von einem Agrarland zur größten Volkswirtschaft der Welt. Bismarck verwandt die Entlassung als „Lotse“ nicht und sorgte indirekt durch Kritik an den „Hintermännern“ der Wilhelminischen Politik für die Skandal-Prozesse, die ab 1906 der Journalist Maximilian Harden gegen den Liebenberger Kreis auslöste.

Kaiser Wilhelm II. Soziale Reformen

„[...], weil die Arbeiter meine Untertanen sind, für die ich zu sorgen habe! Und wenn die Millionäre nicht nachgeben, werde ich meine Truppen zurückziehen und wenn ihre Villen erst in Flammen stehen, werden sie schon klein beigeben!“ (Wilhelm II. zu Otto von Bismarck, als Wilhelm II. sich weigerte, Soldaten für die Niederschlagung eines Streiks im Ruhrgebiet zu schicken.) Die Sozialpolitik war Wilhelm II. wichtigster Politikbereich. Noch zu Bismarcks Zeiten forderte Kaiser Wilhelm II. am 178. Geburtstag Friedrichs des Großen in einer Proklamation an sein Volk, mit der Devise: „Je veux etre un roi des gueux“ (frz.; zu dt.: „Ich will ein König der armen Leute sein“): Das Verbot der Sonntagsarbeit, der Nachtarbeit für Frauen und Kinder, der Frauenarbeit während der letzten Schwangerschaftsmonate sowie die Einschränkung der Arbeit von Kindern unter vierzehn Jahren. Außerdem forderte er bei dem zur Erneuerung anstehenden „Gesetz wider die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ („Sozialistengesetz“), die Streichung des Ausweisungsparagraphen, der die Polizei zur Ausweisung „gefährlicher Sozialisten“ aus ihrem Heimatort berechtigte. Reichskanzler Bismarck kommentierte dies als: „Humanitätsduselei“ und verweigerte sich dem in seinen Forderungen durch den Reichstag unterstützten Kaiser – was ein Grund für die Entlassung Bismarcks gewesen sein wird. Seine Forderungen konnte der junge Kaiser erst mit dem Nachfolger des „Eisernen Kanzlers“ durchführen, General v. Caprivi. Caprivi wurde vom Kaiser als „Mann der rettenden Tat“ gefeiert und ob seiner Leistungen in den Grafenstand erhoben. Denn mit Caprivi hatte Wilhelm II. jemanden gefunden, mit dem er seine geplante Politik der inneren Versöhnung sowie das Arbeitsschutzgesetz durchsetzen konnte. Den Katholiken wurden die im bismarckschen Kulturkampf vorenthaltenen Gelder zurück gezahlt, gegen die Polen in Posen und Westpreußen wurden die Repressionen gebremst und den Sozialdemokraten wollte er den Wind aus dem Segel nehmen und erfüllte weitreichend ihre Forderungen, was das Deutsche Reich zum -sozialpolitisch gesehen- modernsten Staat der Welt machte. Auf Veranlassung Kaiser Wilhelms II. ließ man das Sozialistengesetz nun ganz auslaufen. Es konnte außerdem ein weiterer, von Bismarck verwehrter Wunsch Wilhelms II. durchgesetzt werden: die progressive Einkommenssteuer, die höhere Einkommen stärker belastete. Bei Wilhelm II. sprach man inzwischen – teils anerkennend, teils spotthaft – vom „Arbeiterkaiser“. Durch die von Graf Caprivi vorangetriebene Eindämmung des Protektionismus bekam man aber auch den Groll der im Bund der Landwirte organisierten Grundbesitzer. Für den beklagten Preissturz war aber, anders als von den Landwirten vorgeworfen, nicht die Abschaffung der Schutzzölle verantwortlich, sondern eine Rekordernte in Amerika. Durch die Förderung des Einsatzes von Agrarmaschinen konnte man die Verluste aber auffangen. Trotz alledem galt Caprivi als „Verräter des eigenen Standes“. Die Sozialdemokraten ließen sich nicht von dem Entgegenkommen Wilhelms II. beeindrucken und setzten weiter auf Fundamentalopposition. Obwohl sie den im Arbeitsschutzgesetz zusammengefassten Reformen zustimmten, waren sie im Reichstag dagegen. Der Wohlstand der deutschen Arbeiterschaft stieg von Jahr zu Jahr, es gelang Wilhelm II. aber nicht schnell genug, den Arbeitern in den Städten das Gefühl zu geben, anerkannte Mitglieder der Gesellschaft zu sein, was zu starken Stimmenzuwächsen der Sozialdemokraten im Parlament führte. Als der bayerische Sozialistenführer Vollmer von „wirklichen Verbesserungen“ sprach und die Sozialdemokratische Partei zu Verhandlungen mit dem Kaiser und der Regierung aufforderte, da „durch Bismarcks Entlassung eine neue Lage eingetreten ist und grundsätzlicher Widerstand gegen alles was von Oben kommt, nicht mehr zeitgemäß ist“, musste er sich den Vorwurf „direkter Arschkriechereien vor Wilhelm und Caprivi“ gefallen lassen. Diese Vorgänge ließen in Wilhelm II., der immer noch „ein König der Armen“ sein wollte, den Entschluss reifen, dass Versöhnung mit den Sozialdemokraten nicht möglich sein könne. Er rief schließlich in Königsberg „zum Kampf für Religion, Sitte und Ordnung, gegen die Parteien des Umsturzes!“ auf. Überblick:
- [1883, Gesetz betr. die Krankenversicherung der Arbeiter: ärztl. Behandlung, Arzneimittel, Krankengeld]
- [1884, Unfallversicherungsgesetz bringt gemeinsame Haftung der Unternehmer gegen Berufsunfälle]
- 1889, Gesetz betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung vom 22. Juni (für Arbeiter)
- 1890, Sozialistengesetz wird aufgehoben, Gewerkschaften werden wieder zugelasen
- 1890, Gründung von 31 Versicherungsanstalten – Vorläufer der Landesversicherungsanstalten (LVAs)
- 1891, Auszahlung der ersten Renten an dauernd Erwerbsunfähige und an Arbeiter über 70 Jahre
- 1891, Arbeiterschutzgesetz vom 1. Juni (23. Novelle zur Reichsgewerbeordnung): Frauen, Nachtarbeit, Sonntagsruhe, Kinderschutz
- 1891, Staatliche Gewerbeaufsicht wird eingeführt – Freiwillige Arbeiterausschüsse in Betrieben werden erlaubt
- 1891, Gewerbeordnung verbietet Sonntagsarbeit in Industrie und Handwerk, November
- 1892, Krankenversicherungsgesetz überarbeitet: Versicherungspflicht wird erweitert, Familienangehörige werden einbezogen
- 1895, Sonntagsarbeit wird verboten für das Handelsgewerbe. Verbot setzt sich nur langsam durch
- 1899, Invalidenversicherungsgesetz vom 13. Juli, reichseinheitliche Invaliditäts- und Altersversicherung
- 1901, Förderung des Arbeiterwohnungsbaus
- 1905, Arbeiterausschüsse werden in Bergbaubetrieben zur Pflicht
- 1908, Höchstarbeitszeit, keine Nachtarbeit für Frauen und Jugendliche
- 1911, Reichsversicherungsordnung (RVO) vom 19. Juli
- 1911, Einführung der Hinterbliebenenrente
- 1911, Versicherungsgesetz für Angestellte vom 20. Dezember
- 1911, Hausarbeitsgesetz (mit Heimarbeit)
- 1916, Rentenalter für Arbeiter wird – entsprechend dem für Angestellte – von 70 auf 65 Jahre herabgesetzt
- 1916, Rentenalter für Frauen wird auf 60 Jahre herabgesetzt
- 1918, Verordnung über Erwerbslosenfürsorge vom 13. November (RGBl. I S. 1305)
- 1918, Arbeitszeit gewerblicher Arbeitnehmer: 8 Stunden täglich/48 Std. wöchentlich, ab 23. November
- 1918, Koalitionsfreiheit/Tarifvertragsordnung

Liebenberger Kreis

Ab 1906 griff der Journalist Maximilian Harden in seiner Zeitschrift Die Zukunft die Kamarilla der Kinäden (Formulierung Bismarck) und damit das von Harden so genannte persönliche Regiment des Kaisers an. Zu besonders harten Auseinandersetzungen führte seine – ihm angeblich von Otto von Bismarck bei einer Flasche Wein gesteckte – Enthüllung, dass Philipp von Eulenburg und Hertefeld, der Schlossherr des von Wilhelm häufig besuchten Landsitzes Liebenberg, ein enger Freund und Berater des Kaisers, homosexuell sei und einen Meineid geleistet habe. Diese Artikel führen zu drei Sensationsprozessen gegen Eulenburg, die trotz dessen Freispruchs doch das Ansehen des Kaiserhauses stark beschädigten. Ähnliche Schockwellen sandte der Skandal-Prozess von Kuno Graf von Moltke aus, den dieser gegen Harden anstrengte.

Wissenschaftspolitik

Gestützt auf Vorarbeiten durch den begnadeten Ministerialdirektor Friedrich Althoff, der mehrmals das Ministeramt abgelehnt hatte, wurde 1911 die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft“ gegründet, die nach dem Zweiten Weltkrieg den Namen Max-Planck-Gesellschaft erhielt und bis heute besteht. [Um Mißverständnisse zu vermeiden: Benannt wurde die Gesellschaft nach seinem von ihm verehrten Großvater, Kaiser Wilhelm I. (dem Großen) und nicht wie manchmal fälschlicherweise zu lesen nach ihm, Wilhelm II., selbst.] Der gewaltige ökonomische Aufschwung erforderte eine Modernisierung des Schul- und Hochschulwesens. Technische Universitäten wurden massiv erweitert und erhielten das Promotionsrecht. Promotionsrecht

Flottenpolitik

Das Deutsche Reich geriet aufgrund einer populären, von zahlreichen Lobbygruppen wie dem Alldeutschen Verband unterstützten, expansiven Außenpolitik, dem Bau einer Flotte (Kaiserliche Marine) sowie zahlreicher unbedachter und kriegerischer Reden Wilhelms in einen Gegensatz zu Großbritannien und in die außenpolitische Isolation, was wesentlich zu der für Deutschland ungünstigen Konstellation bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges beitrug (Zweifrontenkrieg). Der Kaiser gehörte zu den enthusiastischen Befürwortern des Flottenbaus; man nannte ihn auch den Flottenkaiser. Ihm ging es dabei mehr um Prestige als um wirkliche Herausforderung Englands. Verhandlungen über eine Rüstungsbegrenzung wies er weit von sich. Über den eigentlichen Sinn der Flotte machte er sich wenig Gedanken. Er forderte auch nicht, dass die Vorstellungen der Admiralität mit den Leitern der Außenpolitik und des Heeres diskutiert wurden. Schließlich ging der Flottenbau ja auf Kosten des Heeres. Im Gegensatz zu Frankreich, das rund 90 % seiner Wehrpflichtigen ausbildete, brachte es Deutschland auf nur 50 % – für eine Landmacht, die auf einen schnellen Sieg durch den Schlieffenplan setzte, ein seltsames Verhältnis. Tatsächlich verfügte dann auch Frankreich zu Kriegsbeginn über mehr ausgebildete Soldaten als Deutschland, während sich die teure Flotte als nutzlos erwies.

Außenpolitik

Der Anteil des Kaisers an der deutschen Außenpolitik ist umstritten. Während John C. G. Röhl in ihm die entscheidende Persönlichkeit sieht, die die Politik des Reiches eigenständig führte, sehen andere Historiker wie Wolfgang Mommsen die zivile Reichsleitung im Zentrum der Verantwortung. Trotz seiner kriegerischen Reden wollte er im Grunde keinen Krieg. Er tat aber auch nichts, um dies deutlich zu machen. Unbestreitbar ist, dass der Kaiser seine Funktion als Koordinator zwischen Außen-, Heeres- und Flottenpolitik nicht wahrnahm. So kam es schließlich, dass Kanzler, Heer und Marine jeder für sich Ziele verfolgten, die insgesamt nicht verträglch waren.

Der Kaiser und der Erste Weltkrieg

Nach dem Attentat von Sarajewo am 28. Juni 1914 ermächtigte der Kaiser seinen Kanzler, Bethmann-Hollweg, Österreich eine Blankovollmacht gegen Serbien zu erteilen. Als es dann zum Kriegsrat kam, war der Kaiser überrascht, dass der Generalstab keinen Plan für den vom Kanzler vorgesehenen Defensivkrieg im Westen hatte. Er tadelte zwar seinen Generalstabschef, den jüngeren Moltke, fügte sich aber dem Diktat der Halbgötter. Er lehnte es ab, sich in militärische Belange einzumischen und überließ dies, wie es sein Amt vorsah, den Militärs. Um den Überblick zu behalten, legte er sein Hauptquartier in der Nähe der Westfront. Bei der Entscheidung für den uneingeschränkten U-Bootkrieg wurde seine Zustimmung vom Generalstab erbeten, wo er sich – gegen den Rat seines Reichskanzlers – der Meinung der Militärs anschloss.

Abdankung und Exil

Durch das völlige Diskreditieren der Kriegspolitik, welche alle Ressourcen des Reiches an die Front umleitete und die folgedessen durch Hunger mitverursachte Novemberrevolution 1918 verlor der Kaiser den Thron. Am 9. November 1918 gab Reichskanzler Prinz Max von Baden (1867–1929) eigenmächtig und ohne dessen Einwilligung die Abdankung des Kaisers bekannt. Des Weiteren verkündet er an Stelle Wilhelms den Rücktritt als König von Preußen und den Verzicht des Kronprinzen auf die beiden Kronen. Am 10. November 1918 fuhr der Kaiser aus seinem Hauptquartier in Spa in die Niederlande und erhielt dort Asyl. Er verzichtete dort am 28. November 1918 auf seinen Thron. Bis 1920 lebte Wilhelm II. in Amerongen, danach bis zu seinem Tod in Haus Doorn in den Niederlanden im Exil, wo er sich trotz seiner Behinderung als Holzhacker betätigte, seine Memoiren sowie mehrere weitere Bücher verfasste und (vergeblich) die Wiederherstellung seines Kaisertums betrieb. Haus Doorn erwarb Wilhelm von der Großmutter von Audrey Hepburn. Zeitweilig näherte er sich dabei kurz an die Nationalsozialisten an, von denen er sich die Wiederherstellung der Monarchie versprach. Doch schon bald nach der sog. „Machtergreifung“ 1933 erkannte er den wahren Kern des NS-Regimes und lehnte fortan den Nationalsozialismus konsequent und entschieden ab. Er änderte daher sogar sein Testament (-> siehe unten im übernächsten Abschnitt: „Tod“). Als er im November 1938 von dem antijüdischen Pogrom (sog. „Reichskristallnacht“) in der Heimat erfuhr, äußerte er sich entsetzt darüber: „Es ist ja eine Schande, was da jetzt zu Hause vor sich geht. Jetzt wird es höchste Zeit, dass die Armee eingreift, viel hat sie sich gefallen lassen, dies darf sie unter keinen Umständen mitmachen. Da müssen die alten Offiziere und alle anständigen Deutschen protestieren. Aber alle sahen dieses Morden und Brennen – und rührten keinen Finger. Bisher war das ganze Nazitum der versteckte Bolschewismus, jetzt aber ist es der offene geworden. Länder müßten ihre Gesandten und Vertretungen abberufen, dann würden die Nazis schon klein beigeben. Auch die Auslandsdeutschen müssen sich jetzt von allen Naziverpflichtungen freimachen, dann werden die in Deutschland auch folgen. Die Stahlhelmer, die alten Frontsoldaten müßten sich zusammentun und die Nazis erledigen.“ Der Kaiser – der damit indirekt zum Widerstand gegen das NS-Regime aufrief – war so empört, dass er – der 30 Jahre lang das deutsche Staatsoberhaupt war – nun sogar äußerte, er schäme sich erstmals, Deutscher zu sein. Bolschewismus

Das Telegramm an Hitler

Im Jahre 1940 verfasste Wilhelm II. ein Glückwunschtelegramm an Adolf Hitler (1889–1945) zum deutschen Sieg über Frankreich. Er gratulierte nicht dem „Nazi“ und „Führer“ Hitler, sondern dem Reichskanzler und vor allem dem „Sieg der deutschen Waffen“. Die Gratulation führte man darauf zurück, dass es Hitler wie auch Wilhelms Großvater Wilhelm I. gelungen war, den so genannten „Erbfeind“ Frankreich zu besiegen, was Wilhelm II. nicht geschafft hatte. Erst 50 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wurde bekannt, dass der damalige Hausminister, Wilhelm v. Dommes, der Urheber dieses Telegramms war. Dommes „gestand“ dies in einem Brief an Sigurd v. Ilsemann (1884–1952) schon 1947. Erstmals publik wurde dieser Brief 1995 in der Biographie über Wilhelm II. von Hans Rall (möglicherweise durch eine Mitteilung des Sohnes, Wilhelm v. Ilsemann, an Prof. Rall. Es kann sein, dass W. v. Ilsemann den Dommes-Brief im Nachlass seines Vaters fand; der Brief hat dann fast 50 Jahre unbeachtet im Besitz von W.v.Ilsemann „geschlummert“). Das erklärt auch, dass Tyler Whittle und andere Biographen entweder den Kaiser selbst oder Kaiserin Hermine als Urheber ansahen, da sie den Dommes-Brief nicht kannten bzw. kennen konnten. Vorteile hätte sich der Kaiser durch diesen Brief auch nicht erhoffen können. Schon 1933 bestimmte er in einer Neufassung seines Testaments, dass er im Deutschen Reich nur dann begraben werden sollte, wenn das Land zu der monarchischen Staatsform zurückkehren würde.

Tod

Im Jahre der NS-Machtübernahme bestimmte Wilhelm II. am 25. Dezember 1933 im „Codizill zu Meinem letzten Willen“: „Sollte Gottes Rathschluß Mich aus dieser Welt abberufen zu einer Zeit, da in Deutschland das Kaiserthum noch nicht wieder entstanden, d. h. eine nicht monarchische Staatsform noch vorhanden ist, so ist es Mein fester Wille, da Ich im Exil zu Doorn zur ewigen Ruhe eingehe, auch in Doorn provisorisch beigesetzt zu werden. [...] Sterbe Ich in Potsdam, so sollen Meine Gebeine in dem oben genannten Sarkophag im Mausoleum am Neuen Palais beigesetzt werden, derart, dass er zwischen den beiden Kaiserinnen zu stehen kommt. Militärische Feier, keine Hakenkreuzfahnen, keine Trauerrede, Gesang, Gebet.“ Damit beugte Wilhelm II. einer propagandistischen Ausschlachtung eines Begräbnisses „im Reich“ durch das NS-Regime vor. Kaiser Wilhelm II. starb am Morgen des 4. Juni 1941 im Haus Doorn. Die NS-Machthaber erlaubten nur einem kleinem Kontingent an Personen (engerer Familienkreis; einige ehemalige Offiziere) die Fahrt in die besetzten Niederlande zur Teilnahme an der Beisetzung. Trauerfeiern im Reich wurden verboten. Der Kaiser wurde zunächst „provisorisch“ in einer Kapelle in der Nähe des Torhauses seines Doorner Anwesens beigesetzt. Nach Fertigstellung des nach seinen Zeichnungen erbauten Mausoleums im Park von Haus Doorn wurde der Sarg dorthin überführt. Seine beiden Gattinnen ruhen im Antikentempel am Neuen Palais in Potsdam. Laut legendärer Überlieferungen war sein letzter Ausspruch bevor er verstarb: „Ich versinke, ich versinke...“ Sein von ihm selbst gewählter Grabspruch lautet: „Lobet mich nicht, denn ich bedarf keines Lobes; rühmet mich nicht, denn ich bedarf keines Ruhmes; richtet mich nicht, denn ich werde gerichtet“.

Familie und Verwandtschaft

Ehefrauen

1881 hatte Wilhelm Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (22. Oktober 185811. April 1921) geheiratet. Aus Anlass ihrer Silberhochzeit sowie im Gedenken an Kaiser Wilhelm I. ließ er 1906 auf der Hohen Acht einen Turm errichten. 1922 heiratete er die verwitwete Prinzessin Hermine von Schönaich-Carolath, geborene Prinzessin Reuß ä.L. (18871947), von ihm selbst und vielen anderen „Kaiserin“ genannt, während sie in Deutschland amtlich eigentlich nur „Prinzessin von Preußen“ hieß.

Kinder

# Friedrich Wilhelm Victor August Ernst (
- 6. Mai 1882; † 20. Juli 1951), Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen, Kaiserliche und Königliche Hoheit # Wilhelm Eitel Friedrich Christian Karl (18831942) # Adalbert Ferdinand Berengar Viktor (18841948) # August Wilhelm Heinrich Günther Viktor (1887–1949) # Oskar Karl Gustav Adolf (18881958) # Joachim Franz Humbert (18901920) # Victoria Luise Adelheid Mathilde Charlotte (18921980) Die weiteren Nachkommen (Enkel, Urenkel, ... usw.) siehe unter den Kindern und auf der Stammtafel der Hohenzollern.

Vorfahren

# Wilhelm II. (18591941), Deutscher Kaiser und König von Preußen

Eltern:
# Friedrich III. (18311888), Deutscher Kaiser und König von Preußen # Victoria (18401901), Kaiserin Victoria, Princess Royal of the United Kingdom of Great Britain and Ireland

Großeltern:
# Wilhelm I. (17971888), Deutscher Kaiser und König von Preußen, Vater von 2) # Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (18111890), Kaiserin Augusta, Mutter von 2) # Albert von Sachsen-Coburg-Gotha (18191861), The Prince Consort, Vater von 3) # Victoria (18191901), Queen Victoria, Königin von Großbritannien und Irland, Kaiserin von Indien, Mutter von 3)

Urgroßeltern:
# Friedrich Wilhelm III. (17701840), König von Preußen, Vater von 4) # Luise von Mecklenburg-Strelitz (17761810), Königin Luise, Mutter von 4) # Carl Friedrich (17831853), Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, Vater von 5) # Maria von Romanow-Holstein-Gottorp (17861859), Mutter von 5) # Ernst I. (17841844), Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld, später Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, Vater von 6) # Luise (18001831), Herzogin von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Mutter von 6) # Eduard (17671820), Herzog von Kent, Vater von 7) # Victoria von Sachsen-Coburg-Saalfeld (17861861), Mutter von 7)

Akademische Titel


- Ehren-Dr. der Rechte der Universität Pennsylvania
- Dr. of civil law der Universität Oxford
- Dr. iur. utr. h.c. der Universität Berlin.

Militärische Ränge

Militärische Laufbahn


- 27. Januar 1869: Leutnant im 1. Garderegiment zu Fuß und à la suite des 1. Batl. (Berlin) des 2. Garde-Landwehr-Rgts.
- 22. März 1876: Oberleutnant
- 22. März 1880: Hauptmann
- 16. September 1881: Major
- 16. September 1885: Oberst und Kommandeur des Garde-Husaren-Regiments
- 27. Januar 1888: Generalmajor und Kommandeur der 2. Garde-Infanterie-Brigade
- 15. Juni 1888: Oberster Kriegsherr des deutschen Heeres und Chef der Marine, Chef des 1. Garde-Rgts. zu Fuß, des Rgts der Garde du Corps, des Leib-Garde-Husaren-Rgts

Chefstellen und ausländische Ränge

Chef des 1. Garde-Regiments zu Fuß, des Regiments der Gardes du Corps, des Leib-Garde-Husaren-Regiments,
des Königs-Ulanen-Rgts (1. Hannoversches) Nr. 13, des 1. Garde-Feld-Artillerie-Regiments, des [http://people.freenet.de/DOIR152/kir145.html Königs-Infanterie-Regiments (6. Lothringisches) Nr. 145],
des Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm I. (2. Ostpreußischen) Nr. 3
des Regiments Königs-Jäger zu Pferde Nr. 1, des Leib-Kürassier-Regiments Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1, des 1.Leib-Husaren-Regiments Nr. 1, des 2.Leib-Husaren-Regiments Königin Viktoria von Preußen Nr. 2, des Leib-Grenadier-Regiments Friedrich Wilhelm III. (1.Brandenburgisches) Nr. 8, des Königlich sächsischen Grenadier-Rgts Nr. 101,
des Königlich württembergischen Infanterie-Rgts Nr. 120,
des Königlich württembergischen Dragoner-Regiments Königin Olga (1.Württembergisches) Nr. 25, des [http://www.Kaisergrenadiere.de.tt 2. Badischen Grenadier-Rgts Nr. 110],
des Großherzoglich hessischen Infanterie-Rgts Nr. 116,
Inhaber des Königlich bayerischen 1. Ulanen-Regiments, des Kgl. bayr. 6. Infanterie-Rgts, Inhaber des K.u.k. Infanterie-Rgts. Nr. 34, des K.u.k. Husaren-Rgts. Nr. 7, Feldmarschall der Kaiserlich-königlichen Armee; Chef des Kaiserlich russischen St. Petersburger Leib-Garde-Grenadier-Rgts 'König Friedrich Wilhelm III.', 85. Infanterie-Rgts 'Wyborg' und des 13. Husaren-Regiments 'Narva'; des Kgl. Großbritannischen 1. Dragoner-Rgts,
Ehrenoberst des Kgl. portugiesischen 4. Reiter-Rgts und des Kgl. spanischen Dragoner-Regiments 'Numancia'; Königlich großbritannischer Feldmarschall, Königlich großbritannischer Ehrenadmiral der Flotte,
Königlich schwedischer Flaggenadmiral, Königlich norwegischer und Königlich dänischer Ehrenadmiral,
Admiral der Kaiserlich russischen Flotte,
Ehrenadmiral der Kgl. griechischen Flotte, etc.

Sonstige Ränge


- Neuntes Oberhaupt und neunter Souverän und Meister des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler,
- Protektor des Johanniterordens,
- Ritter des Hosenbandordens,
- St.Andreas-Orden,
- Annunciaten-Orden,
- Elefanten-Orden,
- St.-Hubertus-Orden,
- Seraphinen-Orden,
- spanischer Orden vom Goldenen Vlies,
- norwegische Löwen-Orden,
- Ehrenbailli und Großkreuz des Souveränen Malteser-Ritterordens, usw.

Literatur

Quellen

Werke Wilhelm II.


- Autobiographie (Memoiren):
  - Kaiser Wilhelm II., Aus meinem Leben – 1859–1888, Leipzig 1926 (K. F. Koehler)
  - Kaiser Wilhelm II., Ereignisse und Gestalten – 1878–1918, Leipzig, Berlin 1922 (K. F. Koehler)
-
- Kaiser Wilhelm II.: Erinnerungen an Korfu. Berlin 1924
- Kaiser Wilhelm II.: Vergleichende Geschichtstabellen von 1878 bis zum Kriegsausbruch 1914. Verlag von F. Koehler, 1921
- Kaiser Wilhelm II.: Meine Vorfahren. Leipzig 1929
- Kulturhistorische Werke:
-
- Kaiser Wilhelm II.: Das Wesen der Kultur. Privatdruck, 1921
-
- Kaiser Wilhelm II.: Die chinesische Monade, ihre Geschichte und ihre Deutung. Leipzig 1934
-
- Kaiser Wilhelm II.: Studien zur Gorgo. Berlin 1936
-
- Kaiser Wilhelm II.: Das Königtum im alten Mesopotamien. Leipzig 1938
-
- Kaiser Wilhelm II.: Ursprung und Anwendung des Baldachins. Amsterdam 1939.

Sammlungen von Schriften und Reden Wilhelm II.


- Ernst Johann, Reden des Kaisers. Ansprachen, Predigten und Trinksprüche Wilhelms II., München 1966 (dtv)
- Briefe an den Zaren 1894–1904. Hrsg. und eingeleitet von Walter Goetz. Die Übersetzung besorgte M. T. Behrmann, Berlin 1920
- Briefe und Telegramme an Nikolaus II. (1894–1914). Herausgegeben durch H. v. Gerlach, Wien 1920

Archivalien


- Bundesarchiv, Koblenz
- Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin
- Zentrales Staatsarchiv, Histor. Abt. I, Potsdam
- Zentrales Staatsarchiv, Histor. Abt. II, Merseburg
- Rijksarchief in de Provincie Utrecht, Niederlande, Bestand Nr. 14: Ex-Keizer W. II.

Literatur über Wilhelm II.

Zeitgenössische Werke


- Friedrich Meister, „Kaiser Wilhelm II.“, Verlag Ernst Hofmann Berlin 1894
- Friedrich Naumann, „Die Politik Kaiser Wilhelms II.“, Verlag Freistatt München 1903
- Adolf Stein, „Wilhelm II.“, Leipzig 1909 (Kurzdarstellung)
- Arthur N.Davies: The Kaiser I knew. London 1918
- Emil Ludwig, Wilhelm der Zweite, Berlin 1926 (Ernst Rowohlt)
- Edgar v. Schmidt-Pauli, „Der Kaiser – Das wahre Gesicht Wilhelms II.“, Verlag für Kulturpolitik Berlin 1928 (Die Person des Kaisers aus Sicht eines Psychologen)
- Max Buchner, „Kaiser Wilhelm II., seine Weltanschauung und die deutschen Katholiken“, Verlag Köhler Leipzig 1929
- J.D.Chamier, „Ein Fabeltier unserer Zeit – Glanz und Tragödie Kaiser Wilhelms II.“, Amalthea-Verlag 1938 (vorzügliche Biographie des engl. Autors)
- zu (Militärische Laufbahn und Chefstellen):
  - Klaus v. Bredow/Ernst v. Wedel: „Historische Rang- und Stammliste des deutschen Heeres“, Berlin 1905.

Spätere Werke


- Hans Helfritz, „Wilhelm II: als Kaiser und König“, Verlag Scientia AG, 1954 (historische Studie des Prof. f. öffentliches Recht Hans Helfritz bez. der positiven Leistungen des Kaisers)
- Nicolaus Sombart, „Wilhelm II – Sündenbock und Herr der Mitte“, Berlin (Verlag Volk & Welt) 1997 (Betrachtungen zur Person des Kaisers und dessen Umfeld aus kultursoziologischer Sicht)
- Golo Mann, „Wilhelm II.“, München (Scherz Verlag) 1964
- Sigurd von Ilsemann: Der Kaiser in Holland. I -II., München 1968, herausgegeben von Harald v.Koenigswald [zeitgenössische Tagebuchaufzeichnungen des letzten Flügeladjutanten Wilhelm II. in Doorn; erst nach dem Tod Ilsemanns veröffentlicht] Bd 1: 1918–23; Bd 2: 1924–41
- Friedrich August Henn, „Meine Erinnerungen an Wilhelm II. im Exil in Doorn“ (1966), Privatdruck, Frankfurt a.M 2001 – ein Zeitzeuge, der Hofpfarrer in Doorn, berichtet.
- Hans Rall, „Wilhelm II. – Eine Biographie“, Graz (Verlag Styria) 1995
- Christian Graf v. Krockow: Unser Kaiser, Glanz und Elend der Monarchie. München 1996
- Klaus Jaschinski: Kaiser Wilhelm II. auf Pilgerfahrt im Heiligen Land. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hrsg.) „... Macht und Anteil an der Weltherrschaft.“ Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast-Verlag. Münster 2005, ISBN 3-89771-024-2
- Tyler Whittle, „Kaiser Wilhelm II: – Eine Biographie“, München 1979
- Louis Ferdinand Prinz von Preußen, Im Strom der Geschichte, ?. Auflage, München 1989, neuste 1994 [ursprünglicher Titel: „als Kaiserenkel durch die Welt“, 1. Auflage, Berlin (Argon) 1952]
- Hans Wilderotter und Klaus D. Pohl (Herausgeber): Der letzte Kaiser. Wilhelm II. im Exil. herausgegeben im Auftrag des Dt. Historischen Museums (Berlin), Gütersloh/München 1991
- J.D.Chamier, „Ein Fabeltier unserer Zeit – Glanz und Tragödie Kaiser Wilhelms II.“, Neuauflage, 1989, mit Vorwort Prinz Louis Ferdinand von Preußen
- John C. G. Röhl, Die Jugend des Kaisers, 1859–1888, München (Beck)
- John C. G. Röhl, Der Aufbau der Persönlichen Monarchie, 1888–1900, München (Beck) 2001
- Wolfgang J. Mommsen, War der Kaiser an allem schuld? Wilhelm II. und die preußisch-deutschen Machteliten, München (Propyläen) 2002
- Christopher Clark: Kaiser Wilhelm II.. London 2000 (kurze, abgeschlossene Biografie auf neuerem Forschungsstand, bisher nur auf engl. erschienen.)
- Eberhard Straub, „Drei letzte Kaiser. Der Untergang der großen europäischen Dynastien“, Berlin (Siedler) 1998, ISBN 3886805654
- Friedhild den Toom, „Wilhelm II. in Doorn“, Hilversum 2002 (die Autorin Frau Dr. den Toom ist Holländerin und arbeitet für die Stichting Huis Doorn)
- Der Gotha
- zu (Militärische Laufbahn und Chefstellen):
- Wilhelm Weber: „Der Deutsche Kaiser als Oberstinhaber österr.-ungarischer Regimenter“ in: „Orden-Militaria-Magazin“ 1996, S. 12–16

Siehe auch


- Deutsches Reich, Deutsches Kaiserreich
- Preußen
- Kaiser, Deutscher Kaiser
- Monarchie, Monarchisten in Deutschland
- Brandenburg-Preußen
- Hohenzollern, Stammtafel der Hohenzollern
- Titulatur und Wappen (Deutsche Kaiser nach 1873)
- Kaisertreue Jugend

Weblinks


- http://www.DHM.de/lemo/html/biografien/WilhelmII/index.html – Deutsches Historisches Museum, Berlin: „Lebendiges Museum online“ („LeMo“): Wilhelm II.
- [http://www.Preussen-Chronik.de/person.jsp?key=Person_Wilhelm+II+von_Preu%DFen Preussen-Chronik] (Webseite zu einer Sendereihe der ARD im 'Preußenjahr' 2001) über Kaiser Wilhelm II.
- [http://www.Preussen.de/de/Geschichte/1888_Wilhelm_II..html Wilhelm II. bei Preussen.de]
- [http://home.arcor.de/kaiserreich1871/henn1.htm Friedrich August Henn: „Meine Erinnerungen an Wilhelm II. im Exil in Doorn“] – ein Zeitzeuge, der Hofpfarrer in Doorn, berichtet.
- http://www.erziehung.Uni-Giessen.de/studis/robert/wilhelm2.html – über Wilhelm II. (mit umfangreicher Sammlung zur Geschichte der Sozialversicherung)
- [http://www.KaiserWilhelmKuratorium.de.vu www.KaiserWilhelmKuratorium.de.vu] – Webseite des Kaiser Wilhelm Kuratorium
- [http://www.HuisDoorn.NL www.HuisDoorn.NL] – Webseite des Haus Doorn in den Niederlanden
- [http://www.Kaisertreuejugend.org Kaisertreue Jugend]
- [http://www.deutsche-Schutzgebiete.de www.deutsche-Schutzgebiete.de] – vielfach empfohlene umfangreiche private Webseite über das Deutsche Kaiserreich
- [http://www.ZDF.de/ZDFde/inhalt/26/0,1872,2145882,00.html ZDF: Seine Majestät Wilhelm II. im Spiegelbild seiner Epoche]
- zu 2 (Militärische Laufbahn und Chefstellen):
  - [http://Grosser-Generalstab.de/regiment/bredow/bw00a.html Auszug aus Bredow/Wedel auf der Seite des Berliner Militärhistorikers Thümmler]. Kategorie:Kaiser (Deutsches Reich) Kategorie:König (Preußen) Kategorie:Hohenzollern Kategorie:Corpsstudent Kategorie:Deutscher Kategorie:Mann Kategorie:Geboren 1859 Kategorie:Gestorben 1941 ja:ヴィルヘルム2世 (ドイツ皇帝) ko:빌헬름 2세 simple:Wilhelm II

Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg war der größte und blutigste Konflikt in der Menschheitsgeschichte. Er begann in Asien mit dem Ausbruch des Zweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs am 7. Juli 1937 und in Europa am 1. September 1939 mit dem deutschen Angriff auf Polen, der ohne vorherige Kriegserklärung des Deutschen Reiches erfolgte (wird heute in Teilen der Öffentlichkeit auch als militärischer Überfall bezeichnet). Beendet wurde der Zweite Weltkrieg in Europa am 8. Mai 1945 und in Asien mit der Unterzeichnung der Kapitulation Japans am 2. September 1945. Die so genannten Achsenmächte Deutsches Reich, Italien und Japan führten Eroberungsfeldzüge gegen viele Staaten; ihre militärischen Hauptgegner waren anfangs Frankreich, Großbritannien und die Republik China sowie nach dem Bruch des Hitler-Stalin-Pakts die Sowjetunion und nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor auch die USA. Die Haupt-Kriegsschauplätze befanden sich in Asien, dem Pazifik, in Europa und in Nordafrika. Kampfhandlungen gab es z. B. auch in Nordamerika bzw. der Arktis (z. B. Alaska und Grönland), dem Nahen Osten (z. B. Irak und Iran), in Ostafrika (z. B. Äthiopien und Somalia), sogar Militäraktionen in der Antarktis (Operation Tabarin), Südamerika (Besetzung Surinams) und Tibet (Tolstoy-Dolan-Mission). Hatte der Erste Weltkrieg fast 10 Millionen Todesopfer gefordert, forderte der Zweite Weltkrieg ca. 55 Millionen Menschenleben. Der Zweite Weltkrieg war durch eine starke Ideologisierung geprägt, die zu zahlreichen Kriegsverbrechen und zu gewaltsamen, oft systematischen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung führte. Kriegsverbrechen Kriegsverbrechen Kriegsverbrechen

Vorgeschichte und Kriegsziele

Hauptartikel: Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges

Vorgeschichte

Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges In den 1920er und 1930er Jahren erlangte in weiten Teilen Europas der Faschismus als politische Richtung zunehmend Bedeutung. Benito Mussolini riss mit dem Marsch auf Rom 1922 die Macht in Italien an sich. 1936 griff Italien, das immer engere Beziehungen zu Deutschland pflegte, Äthiopien an, im April 1939 wurde Albanien erobert. In Deutschland spielte der Nationalsozialismus eine immer größer werdende Rolle, die 1933 mit der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler einen Höhepunkt fand. Die außenpolitischen Ziele der daraufhin errichteten Diktatur waren die Revision des Versailler Vertrages, die Errichtung eines so genannten „Großdeutschen Reiches“ und die Eroberung von so genanntem „Lebensraum im Osten“. Mit dem Beitritt des Saargebiets zum Deutschen Reich 1935, dem Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland 1936, dem Anschluss von Österreich und der Abtrennung des Sudetenlandes von der Tschechoslowakei im Münchener Abkommen 1938 wurden die ersten beiden Ziele weitgehend erfüllt. Die englische und französische Appeasement-Politik, die auf eine friedliche Verständigung mit Deutschland abzielte, kam Hitler dabei sehr gelegen. Selbst nach dem Einmarsch in die „Resttschechei“ im März 1939 gab es lediglich Proteste auf englischer und französischer Seite. Kurz darauf trat Litauen das Memelland an Deutschland ab, die Slowakei wurde ein eigener Staat und durch einen Schutzvertrag eng an Deutschland gebunden. Es war offensichtlich, dass Polen das nächste Opfer sein würde, deshalb unterzeichneten die Regierungen Polens, Englands und Frankreichs Beistandsverträge. Im August 1939 schlossen Deutschland und die Sowjetunion überraschend einen Nichtangriffspakt, der als Hitler-Stalin-Pakt in die Geschichte eingehen sollte. In einem geheimen Zusatzprotokoll des Paktes wurde die Aufteilung Europas in geographisch genau bezeichnete, aber ansonsten nicht näher definierte "Interessensphären" beschlossen. Dies lief letztlich auf die Aufteilung von Polen zwischen Deutschland und der UDSSR, sowie der einseitigen Eroberung bzw. Besetzung weiterer Gebiete (u. a. die baltischen Staaten und Finnland) hinaus. Die japanische Expansionspolitik begann in den 1930er Jahren, als der Einfluss der militärischen Führung auf die kaiserliche Regierung immer stärker wurde. Das Hauptinteresse der japanischen Expansion galt der Republik China, deren Region Mandschurei bereits 1931 annektiert und zum Protektorat Mandschukuo erklärt wurde. Aufgrund internationaler Proteste trat Japan 1933 aus dem Völkerbund aus, 1936 schloss es sich dem Antikominternpakt an. 1937 begann der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg. Den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Europa nutzte Japan zur Besetzung von Indochina. In der Folge verhängten die USA und Großbritannien ein Embargo und froren die finanziellen Mittel Japans ein. 1940 unterzeichnete Japan den Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien. Aufgrund des durch Großbritannien und die USA verhängten Embargos und der daraus resultierend fehlenden Rohstofflieferungen der Europäischen Verbündeten sahen die japanischen Militärs im Krieg mit den USA und Großbritannien die einzige Möglichkeit, den Untergang des japanischen Reiches zu verhindern.

Kriegsziele

Der Zweite Weltkrieg war in Europa ein von Deutschlands Diktator Hitler ausgelöster, ideologisch motivierter Eroberungs- und Vernichtungskrieg zur Gewinnung von „Lebensraum“ im Osten. Komponenten seines außenpolitischen Denkschemas waren:
- ein Bündnis mit Japan und Italien
- der Kampf gegen das zerstörerische Wirken einer angeblichen „jüdischen Weltverschwörung“
- ein anti-bolschewistischer Vernichtungskampf zur Gewinnung von Lebensraum im Osten und die Ansiedlung von Deutschen in den besetzen Ostgebieten Endziel war die Erringung einer deutschen Weltmachtstellung. „Deutschland wird entweder Weltmacht oder überhaupt nicht sein“, schrieb Hitler in „Mein Kampf“. Die eroberte Sowjetunion sollte in verschiedene Gebiete unter der Leitung von Reichskommissaren aufgeteilt werden. Dabei sollten Weißrussen, Ukrainer und baltische Völker als lebenswerte Völker eingestuft werden. Die Russen dagegen sollten „durchaus niedergehalten werden“ (Rosenberg). Das eroberte Osteuropa sollte von Deutschen als Bauern und Soldaten („Wehrbauern“) besiedelt werden. Nach dem Willen der nationalsozialistischen Führung sollten die Völker Osteuropas, nach Vernichtung ihrer bürgerlichen Elite, für immer ungebildete, gehorsame und fleißige Land- und Hilfsarbeiter sein. Ein weiteres Kriegsziel war die Ausrottung des Judentums. Schon im Januar 1939 hatte Hitler in einer Reichstagsrede verkündet, dass der nächste Weltkrieg das Ende des Judentums bedeuten würde. Vor 1933 wurden diese Ideen kaum ernst genommen. Die Revision des Versailler Vertrags war für Hitler lediglich ein Etappenziel, auch wenn er der deutschen und internationalen Öffentlichkeit jahrelang vorgaukeln konnte, es gehe ihm um das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen und er wolle „Frieden und Wohlfahrt der Völker“ erreichen. In Wahrheit ging es immer um die Lebensraumgewinnung im Osten. In der Denkschrift zum Vierjahresplan von August 1936 plant Hitler die Einsatzfähigkeit der deutschen Armee und die Kriegsfähigkeit der Wirtschaft in zwei unterschiedlichen Szenarien. Das erste lief bis 1941/42 bei ungünstiger politischer und militärischer Entwicklung, das zweite bis 1944/45 bei entsprechend günstigeren Aussichten. Am 5. November 1937 präzisierte er seine Kriegsziele vor der deutschen Generalität (Hoßbach-Protokoll).

Kriegsverlauf

Der deutsche Angriff auf Polen 1939

Hauptartikel: Polenfeldzug 1939 Polenfeldzug 1939 Polenfeldzug 1939 Der Zweite Weltkrieg wurde in Europa vom Deutschen Reich am 1. September 1939 um 04:45 Uhr durch den Angriff der Deutschen Wehrmacht auf Polen begonnen (entgegen der bekannten Hitler-Ansprache am Morgen). Um den Angriff auf Polen zu rechtfertigen, fingierte die deutsche Seite mehrere Vorfälle. Der bekannteste ist der Überfall von als polnische Widerstandskämpfer verkleideten SS-Angehörigen auf den Sender Gleiwitz am 31. August. Dabei verkündeten diese in polnischer Sprache die Kriegserklärung Polens gegen das Deutsche Reich. Den militärischen Angriff begann das deutsche Schulschiff Schleswig-Holstein (auf die Westerplatte in Danzig). Die polnische Armee war der vordringenden Wehrmacht zwar zahlenmäßig ebenbürtig, doch technisch und in der Art der Kriegsführung unterlegen. Die polnische Regierung rechnete auf die Unterstützung durch Frankreich und Großbritannien, welche am 3. September aufgrund der „Garantieerklärung vom 30. März 1939“ ein Ultimatum an das Deutsche Reich stellten. Es forderte den sofortigen Rückzug aller deutschen Truppen aus Polen. Die englisch-französische Garantieerklärung hätte diese Staaten verpflichtet, spätestens 15 Tage nach einem deutschen Angriff selber eine Offensive im Westen Deutschlands zu starten. Hitler hoffte, dass die beiden Westmächte ihn ebenso wie beim Einmarsch in die Resttschechei gewähren lassen würden und hatte den Westwall nur schwach besetzt. Ein Angriff blieb aus, obwohl beide Länder noch am selben Tag dem Deutschen Reich den Krieg erklärten. Am 17. September zerschlug sich die polnische Hoffnung, den Osten ihres Landes verteidigen zu können. Entsprechend dem geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Paktes marschierte die Rote Armee in Ostpolen ein. Hierauf erfolgte nicht einmal mehr die Kriegserklärung Englands und Frankreichs. Noch am selben Tag flüchtete die polnische Regierung nach Rumänien. Die militärische Niederlage Polens war nun nicht mehr aufzuhalten. Am 28. September kapitulierte die polnische Hauptstadt Warschau, nachdem sie am 18. September von deutschen Truppen eingeschlossen worden und am 27./28. ein intensives Bombardement vorausgegangen war. Einen Tag später folgte die Aufgabe der Festung Modlin. Am 8. Oktober teilten sich das Deutsche Reich und die Sowjetunion im Abkommen von Brest-Litowsk das polnische Gebiet durch eine Demarkationslinie – die Vierte Teilung Polens. Nicht nur die nach dem Versailler Vertrag abgetretenen Gebiete wurden wieder in das Reich eingegliedert, sondern darüber hinaus weite Bereiche Zentralpolens einschließlich der Stadt Łódź. Der Rest Polens wurde deutsches Generalgouvernement. Die anschließende Besatzungszeit war von extremen Repressalien der Deutschen gegen die Zivilbevölkerung geprägt. Deportationen zur Zwangsarbeit waren nur die sichtbarste Ausprägung, insbesondere die polnischen Juden wurden Ziel des deutschen Rassenwahns. Ähnlich gingen die sowjetischen Besatzer gegen "Klassenfeinde" in Ostpolen vor. Der schnelle Sieg über Polen prägte den Begriff Blitzkrieg und prägte die taktische Kriegsführung Deutschlands bis Ende 1941.

Stellungskrieg an der Westfront 1939

Am 3. September erklärten Frankreich und Großbritannien Deutschland den Krieg. Aufgrund dessen begann am 5. September eine begrenzte und eher symbolische Offensive der Franzosen gegen das Saargebiet. Die Deutschen leisteten keinen Widerstand und zogen sich zum stark verteidigten Westwall zurück. Danach blieb es ruhig an der Westfront. Diese Phase wird als Sitzkrieg bezeichnet. Bis auf vereinzelte Artilleriescharmützel erfolgten keine weiteren Angriffe. Auf deutscher Seite rollte eine Propagandamaschine an. Mit Plakaten und Parolen über Lautsprecher rief man den Franzosen „Warum führt ihr Krieg?“ oder „Wir werden nicht zuerst schießen.“ zu. Am 27. September erfolgte eine Weisung Hitlers an das Oberkommando des Heeres zur Ausarbeitung eines Angriffsplanes, den so genannten „Fall Gelb“. Bis zum 29. Oktober stand der Plan. Er sah vor, dass zwei Heeresgruppen durch die Niederlande und Belgien vorstoßen sollten, um somit sämtliche alliierten Kräfte nördlich der Somme zu zerschlagen. Letzten Endes fand jedoch 1939 kein Angriff statt. Wegen schlechter Witterungsbedingungen und viel größeren Verlusten in Polen (22 % Verluste bei den Kampfflugzeugen, 25 % bei den Panzern) als erwartet, verschob Hitler den Angriff insgesamt 29 mal.

Der Finnisch-Sowjetische Winterkrieg 1939/40

Am 30. November 1939 überrannten sowjetische Truppen unter Marschall Kiril Meretskow im so genannten Winterkrieg die 950 km lange Grenze zu Finnland. Die Rote Armee griff mit 1.500 Panzern und 3.000 Flugzeugen an und erwartete einen schnellen Sieg, aber die Russen unterschätzten die Finnen. Die Rote Armee verlor 200.000 Mann, die Finnen jedoch nur 25.000 Mann. Schweden unterstützte Finnland, ohne allerdings die Neutralität aufzugeben. Ein Eingreifen Großbritanniens und Frankreichs gegen die Sowjetunion wurde zwar geplant, kam aber nicht darüber hinaus. Ein Friedensvertrag der am 12. März 1940 unterzeichnet wurde, legte fest, dass Finnland Teile Kareliens und die Fischerhalbinsel Kalastajansaarento am Nordmeer an die Sowjetunion abtreten musste. Als direkte Reaktion auf den sowjetischen Angriff nahm Finnland 1941 im Fortsetzungskrieg am deutschen Russlandfeldzug teil, um sich die verlorenen Gebiete zurückzuerobern.

Die Besetzung Dänemarks und Norwegens 1940

Hauptartikel: Operation Weserübung Operation Weserübung Zum Ende des Jahres 1939, nach dem Verlust der französischen Eisenerzeinfuhr, stellten die Lieferungen aus dem neutralen Schweden 40 % des Eisenerzbedarfs für Deutschland dar. Ein weiterer wichtiger Rohstoff war das finnische Nickel. Durch die Erzbahn von Schweden nach Narvik war Norwegen für Deutschland von außerordentlichem wirtschaftlichen und militärischen Wert. Die Briten wollten diese wichtigen Rohstofflieferungen abschneiden, weswegen am 5. Februar 1940 beim Obersten franco-britischen Kriegsrat die Planung der Landung von vier Divisionen in Narvik vereinbart war. Die vorgesehene Besetzung des norwegischen Hafens durch die Briten veranlasste das Oberkommando der Wehrmacht, einen zusätzlichen Stab für Norwegen aufzustellen. Am 21. Februar erfolgte eine direkte Weisung Hitlers für die Planung bestimmter Operationen im skandinavischen Raum. Am 1. März wurde die Operation Weserübung endgültig beschlossen. Sie sah vor, Dänemark einzunehmen und es als „Sprungbrett“ für die Eroberung Norwegens zu benutzen. Im März kam es zu diversen Angriffen gegen britische Seeeinheiten. Am 5. April fand die alliierte Operation Wilfried statt, bei der die Gewässer vor Norwegen vermint und weitere Truppen ins Land gebracht werden sollten. Einen Tag später lief auf deutscher Seite die Operation Weserübung an. Dabei wurde fast die gesamte deutsche Flotte mobilisiert und in Richtung Narvik geschickt. Am 9. April begann das Unternehmen endgültig mit der Landung einer Gebirgsjägerdivision vor Narvik. In Großbritannien hielt man eine Landung der Deutschen für recht unwahrscheinlich, was dazu führte, dass von alliierter Seite nur geringe Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Die Deutschen konnten ihren Brückenkopf ohne größeren Widerstand ausweiten, so dass am 10. April bereits Stavanger, Trondheim und Narvik besetzt wurden, nachdem zuvor bereits Dänemark kampflos besetzt worden war. Großbritannien besetzte aus strategischen Gründen im Nordatlantik die dänischen Färöer am 12. April. Am 13. April kam es zu einigen schweren Seegefechten, wobei es neun britischen Zerstörern und dem Schlachtschiff HMS Warspite gelang, im Ofot-Fjord alle deutschen Zerstörer zu versenken. Desweiteren wurden auf ihrem Rückweg leichte deutsche Kreuzer und etliche Frachter von alliierten U-Booten beziehungsweise der Royal Air Force versenkt. Royal Air Force Am 17. April landeten die Alliierten schließlich und brachten die Truppen der Wehrmacht auch mit massivem Beschuss der Royal Navy unter starken Druck. Bis zum 19. April wurden umfangreiche alliierte Verbände, unter anderem auch polnische Soldaten und Reste der Fremdenlegion, in Norwegen angelandet. Inzwischen verbesserte sich, bedingt durch die Jahreszeit, das Wetter in Norwegen, so dass die Wehrmacht ihre Fronten festigen konnte. Bei schweren Angriffen der deutschen Luftwaffe wurden am 2. Mai ein britischer und ein französischer Zerstörer vor der Hafenstadt Namsos versenkt. Noch im selben Monat beschloss Churchill wegen der deutschen Erfolge in Frankreich den Abzug der Alliierten aus Norwegen. Bevor die 24.500 Soldaten evakuiert werden konnten, gelang es ihnen jedoch noch, in Narvik einzudringen und einen wichtigen Hafen zu zerstören. Am 10. Juni kapitulierten schließlich die verbliebenen norwegischen Soldaten, worauf die Operation Weserübung abgeschlossen war. Norwegen wurde Reichskommissariat, sollte jedoch nach dem Willen Hitlers als selbständiger Staat bestehen bleiben und Teil des deutschen Herrschaftsgebietes sein. Im weiteren Verlauf wurde Norwegen stark befestigt, weil Hitler in der ständigen Furcht vor einer Invasion lebte. Im Februar 1942 installierte man eine Marionetten-Regierung unter Vidkun Quisling.

Der Westfeldzug 1940

Hauptartikel: Westfeldzug 1940 Während Deutschland die Siegfriedlinie zur Verteidigung der Front hatte, stand in Frankreich die stark befestigte Maginot-Linie. Die Ardennen galten als natürliche Verlängerung dieser fast 130 Kilometer langen Verteidigungslinie. Die französische Generalität glaubte nicht an einen Vorstoß durch dieses Gebiet, da es besonders für Panzerkräfte als unüberwindbar galt. Der Plan für einen Feldzug im Westen wurde von Generalleutnant Erich von Manstein mit seinen beiden Mitarbeitern, Oberst Günther Blumentritt und dem damaligen Major i. G. Henning von Tresckow entwickelt. Er sah einen schnellen Vorstoß durch die Ardennen vor, um dann die Alliierten im Norden zu einer Schlacht mit verkehrter Front zu zwingen. Mit der Masse der hier zu versammelnden Panzer- und motorisierten Divisionen gedachte er durch das „Loch in den Ardennen“ zum „Sichelschnitt“ – wie ihn Churchill später bezeichnete – bis zur Kanalküste hin anzusetzen. Kanalküste Am 10. Mai 1940 begann der Angriff deutscher Verbände mit insgesamt sieben Armeen auf die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg. 136 deutsche standen gegen rund 137 alliierte Divisionen. Bereits an diesem Tag wurde die für uneinnehmbar gehaltene belgische Festung Eben-Emael durch deutsche Fallschirmjäger eingenommen. Am 14. Mai überschritt General Guderian mit seiner Panzergruppe die Maas. Die Royal Air Force versuchte mit verzweifelten Angriffen, die Pionierbrücken über dem Fluss zu zerstören, verlor dabei aber einen Großteil der Flugzeuge. Erst am 17. Mai trat die französische 4. Panzerdivision unter Charles de Gaulle zu einem Gegenangriff auf Montcornet an, der aber, nach anfänglichen Erfolgen, wegen starker Attacken deutscher Stukas abgebrochen werden musste. Am 17. Mai wurde Brüssel kampflos übergeben. Die Niederländer waren, bedingt durch ihre Neutralität im Ersten Weltkrieg, noch weniger als die Belgier auf einen Krieg eingestellt, so dass ihre Armee relativ leicht geschlagen werden konnte. Die Kapitulation der niederländischen Truppen wurde nach der Bombardierung Rotterdams am 14. Mai eingeleitet. Einen Tag später kapitulierten die niederländischen Truppen, und die Regierung sowie Königin Wilhelmina flohen nach London ins Exil. Als Reichskommissar für die Niederlande wurde Arthur Seyß-Inquart eingesetzt. Am 19. Mai erreichte die deutsche 6. Armee den Fluss Schelde und stieß bis Abbeville vor. Der Vormarsch in diese Gebiete erfolgte so schnell, dass die britischen und französischen Einheiten bei Dünkirchen eingekesselt wurden. Am 27. Mai begann die Operation Dynamo mit der Evakuierung von über 7.500 alliierten Soldaten. Die Panzerstreitkräfte der Heeresgruppe A setzten an diesem Tag den Angriff fort, nachdem Generaloberst v. Rundstedt am 24.Mai einen von Hitler bestätigten Haltebefehl erteilte. Die Gründe für diesen Anhaltebefehl sind in der historischen Forschung bis heute umstritten. Am 4. Juni wurde die Evakuierung abgeschlossen, es nahmen etwa 900 Seefahrzeuge daran Teil. Über 337.000 Soldaten, davon 110.000 Soldaten der französischen Armee, und damit fast das gesamte britische Expeditionskorps konnten trotz heftiger Angriffe durch Bomber der deutschen Luftwaffe evakuiert werden. Aus heutiger Sicht stellte der Haltebefehl, der die Evakuierung in diesem Maße ermöglichte, einen schweren taktischen Fehler dar. Die Fähigkeit, den Krieg fortzusetzen, wäre durch den Verlust der britischen Expeditionsarmee für England deutlich schwieriger geworden. 4. Juni Als sich die Briten zurückzogen, bereitete sich Frankreich auf die Verteidigung vor. Fall Gelb, so der deutsche Deckname für den Feldzug in Frankreich, begann am 5. Juni mit einer deutschen Offensive an der Aisne und der Somme. Am 9. Juni überschritten Soldaten der 6. Infanteriedivision die Seine. Mussolini beschloss am 11. Juni in den Krieg gegen die beiden Westalliierten einzutreten. Am 14. Juni besetzten Teile der 18. Armee die französische Hauptstadt Paris. Um die Stadt nicht zum Kriegsschauplatz werden zu lassen, wurde sie zuvor von den Franzosen geräumt. Gleichzeitig durchbrach die Heeresgruppe C die Maginot-Linie und die symbolträchtige Festung Verdun konnte ebenfalls eingenommen werden. Am 17. Juni erklärte Henri Philippe Pétain, Ministerpräsident der neu gebildeten französischen Regierung, die Niederlage Frankreichs. Am 21. Juni wurden die französischen Unterhändler im Wald von Compiègne von Hitler empfangen. Zur Unterzeichnung der, vergleichsweise maßvollen, Waffenstillstandsbedingungen kam es gegen Abend des 22. Juni 1940. Der deutsch-französische Waffenstillstand trat erst am 25. Juni um 01:35 Uhr in Kraft. Damit die französische Flotte nicht in deutsche Hände fallen konnte, nahmen die Briten am 3. Juli den algerischen Hafen Mers-el-Kebir unter Beschuss, in dem ein Teil der französischen Kriegsflotte stationiert war. Nur sechs Wochen und drei Tage hatte der Blitzkrieg im Westen gedauert. Er forderte das Leben von über 135.000 alliierten und etwa 46.000 deutschen Soldaten. Frankreich wurde in zwei Zonen geteilt: der Norden und Westen Frankreichs war von den Deutschen besetzt. Hier befanden sich wichtige Flugfelder und Marinebasen für den Krieg gegen Großbritannien. Die Häfen am Atlantik, insbesondere Brest wurden die wichtigste Operationsbasis der deutschen U-Boote. Der östliche und südliche Teil Frankreichs blieben unter französischer Kontrolle. Henri Philippe Pétain regierte von Vichy aus den Rest Frankreichs als Marionettenstaat des deutschen Reichs (Marschall Pétain wurde als Kollaborateur nach dem Zweiten Weltkrieg zum Tode verurteilt, dann aber noch begnadigt). Charles de Gaulle (1890–1970) war Organisator des Widerstandes: „Führer des freien Frankreichs“ vom Exil in London aus.

Die Luftschlacht um England 1940/41

Hauptartikel: Luftschlacht um England Luftschlacht um England Erklärtes Ziel Deutschlands in der Luftschlacht